MENSCHEN

Es ist das Bild des Menschen, das Rike Oetzel künstlerisch tätig werden lässt. In Öl oder Acrylfarben, als Monotypie, in der Technik des Siebdruckes, als Zeichnung und Mischtechnik auf Leinwand und Papier, vereinzelt auch skulptural erforscht die Künstlerin seit rund 20 Jahren die menschliche Figur in ihren verschiedensten Faceten. Einzelne Personen, meist Frauen, schlanke Rückenakte, Gruppenbilder, ganze “Klassentreffen” oder intime Zweierbeziehungen, eneuerdings auch auf ovalem Bildeträger, sowie Serien von kleinformatigen Porträts, und immer wieder die eigenen Ahnen gehören dabei zu ihrem thematischen Repertoire.

Allen Arbeiten gemeinsam ist die Verwendung überwiegend leuchtender, vereinzelt sogar Neonfarben und deren Mischungen, meist sehr pastos aufgetragen, geschüttet, mit Spachteln oder auch den bloßen Händen auf den Bildgrund gebracht und gelegentlich noch um diverse Collageelemente oder Fotoübermalungen ergänzt. Selbst die Monotypien oder die kleinformatigen Siebdrucke erscheinen durch Komposition und Farbwahl sehr kraftvoll und präsent. Gemeint ist damit nicht nur die rein physische oder haptische Anmutung der Bilder, sondern vielmehr ihre leidenschaftliche Kraft, die sie ausstrahlen. Eine Energie, die von der Künstlerin während des Malaktes in die Werke einfließt, um sich von da wieder nachhaltig auf den Betrachter zu übertragen. Dabei ist jedes Gemälde, jede Arbeit von anderer Ausstrahlung, basierend auf jener Stimmung seiner Entstehung. Wechselten hier früher noch mehrfach Trauer und Leid mit Niedergeschlagenheit und Einsamkeit, so zeugen die Arbeiten der letzten Jahre kontinuierlich von Geborgenheit, Liebe, Lust und Leidenschaft sowie Begeisterung. All das überträgt sich auf den Betrachter beim Anblick von Oetzels Werk durch Farben und Formen, Strahlkraft und Energie, die geradezu körperlich erfahrbar sind. Ihre Bilder sind, so möchte ich behaupten, eine Inkarnation der Emotionen.

Neben dem übergreifenden Thema “Mensch” weist das Werk von Rike Oetzel ein weiteres wiederkehendes Merkmal, soetwas wie eine typische “Handschrift”, auf. So zeigt sich wiederholt ein Wechselspiel zwischen freier und strukturierter Fläche, das sich bereits in den “abstrahierten Studien” nachweisen lässt. Dicht bearbeitete Bereiche der Leinwand wechseln sich ab mit absichtlich vergleichsweise monochrom gehaltenen Flächen, die der Aufgewühltheit des Bildes einen ausgleichenden Gegenpol bieten. Eindringlich wiederholt sich diese Technik in der Serie “Zeichnungen & Porträts” auf Papier oder Leinwand, in der sich mehr oder wenigereindeutig definierte Figuren in einem abstraktem Umfeld bewegen. In den Zentren der Leinwände entwickeln sich aus pastos gesetzten Farbmischungen ungegenständliche Kompositionen, die im Grunde nur durch ihre Konturen sowie durch Titel wie “Rosetta”, “Agatha” oder “Friedhelm” als Anmutungen von Köpfen zu verstehen sind. Oetzel meidet absichtlich eine realistische Malweise und beschränkt sich hier auf vage Andeutung von Gesichtszügen, um den Grad der Wahrnehmung nicht zu sehr einzugrenzen. Dabei gilt diese Regel in erweitertem Masse auch in anderen Werken, etwa dem Gruppenbild “Shopping” von 2011 oder dem “Familientreffen” aus dem Jahr 2010, in denen der Dialog zwischen Figur und Abstraktion auch immer zum andauernden Gespräch zwischen Bild und Betrachterwird. Folge ist, dass eine finale Deutung oder Benennung der Werke nicht zum vordergründigen Ziel wird, was im Umkehrschluss mehr die eigentlich Motivation der Künstlerin erkennen lässt.

Der Betrachter von Rike Oetzels Arbeiten kann und soll seine eigene Emotionalität, eigene Emotionalität, eigene Erinnerungen und Visionen, in das jeweilige Bild einfliessen lassen. Die Freiflächen sind dabei nicht nur kompositorisch von Bedeutung, sondern sie erlauben den Augen Freiraum und Ruhe, die notwendig sind, um den intensiven Akt der - tasie sowie zugleich notwendige Tankstellen der Energie. Darüber hinaus ist, neben der Auseninandersetzung mit der eigenen Sensivität, jede ist neben der Auseinandersetzung mit der eigenen Sensitivität, jede Begegnung mit Oetzels Kunst zugleich eine Annäherung an deren Autorin, insbesondere an ihr kraftvolles Ringen mit dem Bild.

Rike Oetzel ist Malerin, die das Wechselspiel zwischen Farbe und Form auf dem Malgrund erforscht. Der Mensch als bevorzugtes Motiv ist ihr dabei ein Impuls für die Arbeit, die sich zu Beginn meist in abstrakten und heftigen Pinselsetzungen auf dem Malgrund darstellt. Allmählich entwickeln sich aus den kräftigen Setzungen durch weitere Übermalungen Andeutungen von Figuren, die sich im Laufe des Malaktes nach und nach entfalten. Stehende Frauen mit wallenden Haaren deuten sich an, an der Hand ein Kind oder möglicherweise auch ein Hund. Hintergrund und Figuren verschmelzen zugleich wieder, da sich Farben und Materialen hier und dort wiederholen. Ruhende Pole und heftige Kontraste, grosszügige Farbfelder und kleinteilige Strukturen korrespondieren heftig miteinander, was die Werke mit enormer Dynamik auflädt. Bis zu fünf Bilder wachsen mitunter auf diese Weise parallel, wobei Änderungen und erneute Übermalungen zum Bestandteil des Entstehungsprozesses gehören. So ist das Bildnis einer Frau mit Kind auf dem Arm im Prinzip aus einer abstrakten Komposition enstanden, die erst durch die konturgebende Übermalung an Figürlichkeit gewinnt. Ähnlich verhilft auch in einem anderen Gemälde die grossflächige Malereider sitzenden Person am Tisch zur Gegenständigkeit, indem sie den bildinternen heftigen Farbenrausch wie eine formgebende Klammer umfängt. Dass diese solcherart entstandenen Gemälde keine Bildnisse oder Abbilder von realen Vorlagen sind, erklärt sich von selbst. Zu sehr handeln die einzelnen Segmente der Bilder vom reinen Dialog und auch Zwiegespräch der Farben, einem frühen Jawslensky zum Beginn der 20er Jahre nicht unähnlich. Vielmehr erwachsen auf den Leinwänden als Resultate intensiver malersicher Prozesse figurengleiche Fantasiewesen mit Titeln wie "Tusnelda" oder auch “Bistrot-Tisch” in Form einer Dreiergruppe rätselhafter Wesen. Unweigerlich überträgt sich dabei die Imaginationskraft der Künstlerin auf den Betrachter, der ohne Zögern besagten, faktisch nicht vorhandenen Tisch in seiner Fantasie ergänzt. Ebenso ist er bereit, der Entwicklung einer anderen Arbeit von der abstrakten Komposition mit zahlreichen Farbschüttungen, Übermalungen sowie Pinselsetzungen zum “Gruppenbild” zu folgen, das letztlich alleine auf vagen Andeutungen beruht. Tatsächlich findet dabei keine der hier versammelten schemenhaften Personen ihr Pendant in der Realität. Vielmehr sind sie, wie auch jener hundeähnliche Vierbeiner am linken unteren Bildrand, reine Resultate einer emotional aufgeladenen Komposition, die den Betrachter in ihren Bann zieht. Einmal gefangen, begibt sich dieser auf eine Reise, in der weniger der Faktor Zeit eine Rolle spielt, noch eine vorgegebene Richtung von Bedeutung ist. Dazu sind Werk und Künstlerin viel zu sehr der Freiheit und Hoffenheit verpflichtet. Allein ist es Anliegen von Rike Oetzel, jene Begeisterung, ihre Begeisterung für den Menschen sowie die Malerei, zu transportieren.

Allein die schon vor rund 10 Jahren begonnene und immer wiederkehrende Serie der Famifienbilder weicht vom Prinzip der reinen Imagination ab. Ausgangspunkt isi hier ein Repertoire von ollen Fologrofien ous der unmittelbaren Verwondtschoft von Rike Oetzel, darunter wiederholt ein Bildnis der Mutter als Kommunionskind, wie auch der Gross-und Urgrossmutter. Mehrfach nutzt die Künstlerin die Technik des Fotodrucks als Basis ihrer Arbeit, bei dem das Motiv stark vergrössert a uf eine Leinwand übertragen wird. Anschliessend erfolgt der eigentliche Prozess der Übermalung. der dabei dem übrigen Werk von Oetzel sehr verwa ndt ist. So ist auch hier der Wechsel zwischen freier und bemalter Fläche ständiger Begleiter der Künstlerin, wenngleich gelegentlich strukturgebende Abdrücke einer Kachelwand zum Besta ndteil der Arbeit mutieren. (Einzelbild der Mutter als Kommunionskind) Abermals werden einzelne Bildbereic he nic ht detailliert ausgearbeitet, sondern bleiben Resultate spontaner Pinselsetzungen oder anderer Ejngriffe in den noch feuchten Malgrund. Gesichter werden durch zufällige Farbmischungen konturiert. Körperlichkeit resultiert aus Collagenelementen und Raum mutiert aus verwischten Farben zur Erinnerung. Gelegentlich wird die Fotografie bereits am Computer farblich oder kompositorisch durch Verdopplungen und Spiegelungen des Motivs manipuliert, wodurch Oetzel das Spektrum weiterer Überarbeitungen erweitert. So zeigt eine Serie von acht grossformatigen Leinwänden das Porträt der Grosstanten "Chartolle" in unterschiedlichsten Farbvarianten, die jede für sich dem Motiv eine andersartige Ausstrahlung verleihen.

Rike Oetzel ist eine Meisterin des assoziativen Bildes. Ihre Arbeiten laden dazu ein, gleichermassen der Emotionälitat der Künstlerin bei der Auseinandersetzung mit den Arbeiten als a uch der eigenen Emotionalität zu folgen. Energiegelad ene. gestische Malerei wechselt sich dabei ob mit dem Spielraum der freien Fläche. Figuren entstehen aus formgebenden Farben oder variieren. wie in den Fotoübermalungen. zu rätselhaften Zeugen der eigenen Vergangenheit. Dass sich Oetzel bei der Findung ihrer Werke auf dem richtigen Weg benndet. beweist ihr kräftiges Oeuvre der letzlen Jahre. Neuesle Werke in Form kleiner skulpturaler Bühnenbilder machen dabei neugierig auf die Zukunft.

Dr. Christian Krausch

HUMANS

lt is the image of the humans, what Rike Oetzel artistically represents. The ortist explores for about 20 years lhe human figure in oll ils foces, in oil orocry/ic points. as mono type, in the art of screen printing, os o drawing and mixing techniq ue on canvas and p ap er, also occosionally sculptural. Individuals, mostly women, slim nudes, group pic tures, whole "reunions" or intimate pa ir relations, more recently, on oval image carriers, as well as a series of small-format portraits, and again then, the own ancestors are part of her thematic repertoire.

All works together in the use of predominantly bright, sometimes even neon colors and their mixtures, usually applied very thickly, poured, placed on the base image with spatulas or even bare hands and occasionally supplemented by various collage elements or photo overpaintings. Even the monotypes or the small-scale screen prints appear very powerful and present through composition and color choice. The meaning behind it is not only the purely physical or haptic appearance of the images, but rather their passionate force that they radiale. An energy that flows from the artist, during the point process, into the works, to be then sustainably transferred to the viewer. With it, every painting, every work of other radiance, is based on the mood of its creation. Alternated here earlier often between sorrow and suffering through depression and loneliness, so the works of recent years testify continuously security, love, desire and passion, as well as enthusiasm. All this is been transmitted to the viewer, through colors and shapes, charisma and energy, which are almost physically tangible, at the sight of Oetzel’s work. Her paintings are, so I would like to claim, an incarnation of emotions.

In addition to the overarching theme “human being”, the work of Rike Oetzel also shows another recurring feature, something like a typical “handwriting”. So it presents repeatedly an interplay between free and structured area, which can be detected already in “abstrahierten Studien” (Catalog litter, page 7). Densely edited areas of the canvas alternate with comparatively deliberately monochrome held areas that offer a balancing counterpoint to the turbulence of the picture. This technique repeats insistently in the series “Nach Porträts” (page 24) on paper or canvas, in there, more or less clearly defined chorocters move in an abstrac t environment. Nonobiective compositions are developed in the centers of the canvases from thickly set color mixtures, which are to be understood as impressions of heads only by their outlines or by titles such as “Rosetta”, “Agatha” or “Friedhelm”. Oetzel avoids intentionally a realistic painting style and limits herself to a vague hint of facial expressions, in order to not limit the degree of perception. This rule is also applied, in enhanced mass, in other works like the group portrait “Shopping" from 2011 or "Familientreffen" from 201O, in which the diologue between figure ond abstraction turns into a continuous conversation between image and viewer. The result is that a final interpretation or designation of lhe works is not the ostensible target, which lets the viewer know that it is actually the motivation of the artist.

The viewers of Rike Oetzel’s work can and should incorporate into the respective picture their own emotions, their own memories and visions. The open spaces are not only a composer of importance, but they allow the eyes free space and calmness, which are necessary to enable the intensive act of perception. In art, open spaces are landing places for the fantasy and, at the same time, energy sources. Moreover, in addition to the examination of everybody’s own sensitivity, is every encounter with Oetzel’s art simultaneously an approach to its author, in particular, to her struggle with the image.

Rike Oetzel is a painter who explores on the painting surface the interplay between color and shape. The human as the preferred theme gives her an impulse for the work that presents itself on the painting surface, especially at the beginning, mostly in abstract and violent brush settlements. The strong settlements gradually develop into hints of characters that unfold little by little over the oct of painting. A standing women with flowing hair is hinted, ot the hond o child or moybe a dog. Background and figures coalescence again, as colors and materials here and there repeat. Resting poles and violent contrasts, generous color fields ond small-scale structures correspond violentty together. which chorges the works with enormous dynamics. Up to five images grow sometimes parallel in this way, in which alterations and overpaintings are again a part of the creation process. So is the portrait of a woman with a child in her arms essentially originated after an obstract composition. which wins flgurotiveness through the contour-forming overpointing. (Atelier 2015) Similarly, in another painting, the large-scale painting of a person seating at the table helps to obtain concreteness, by clasping like a shaped clamp the internal image color rush. (Atelier 2015) That such resulting paintings not portraits or images of real templates are, is self-explanatory. Too often, the individual segments of the images are a mere dialogue or conversation of colors, and are dissimilar to an early Jawslensky from the beginning of the 20s. Rather than that, on the canvas grow, as a result of intense painterly processes, figure-like fontasy creatures with titles like "Tusnelda" or "Bistrot-Tisch" (Atelier 2015) in the form of a group of three enigmatic beings. Inevitable, transfers thereby, the imagination of the artist to the viewer, who without hesitation, adds the non-existent table virtually into his imagination. The viewer is also prepared to follow the development of another work from the abstrac t composition with numerous color fillings, overpaintings and brush settlements in “Gruppenbild” (Atelier 2015), which is exclusively based on vague hints. In fact, no one of this assemb/ed sha dowy humans find their counterpart in reality. Rather, are they, as well as those dog-like quadrupeds on the left bottom of the image, pure results of an emotionally charged composition that pulls the viewer into their spell. Once caught, the viewer is going on a journey in which neither the factor “Time” nor “Direction” an important role plays. This is because; work and artist are too committed on freedom and openness. The main concern of Rike Oetzel is the enthusiasm in transporting her own enthusiasm for the human, as well as for the painting, into the work.

The ever-recurring series of family pictures that already begun about 10 years ago, differs from the principle of pure imagination. The starting point here is a repertoire of old photographs from the immediate relatives of Rike Oetzel, where a portrait of the mother as a communion Child, as well as of the grandmother and the great-grandmother, repeats. Multiple times uses the artist the technique of photo printing as the basis of her work, in which the subject is transmitted greatly enlarged on a canvas. This is followed by the actual process of overpainting, which is very close to the rest of Oetzel’s work. Also here appear constant companions of the artist on an exchange between free and painted surface, although, occasionally structuring marks from a tile wall mutate to become part of the work. (Einzelbild der Mutter als Kommunionskind) Once again, the image areas are not detailed elaborated but remain results of spontaneous brush settlements or other interventions on the still wet painting surface. Faces are contoured by random color mixes, physicality results from collage elements and space mutates from blurred colors to memory. Occasionally, is the color or composition of the photograph manipulated on the computer by duplications and renections o f the motive, which allows Oetzel to expand the range of her other revisions. So shows a series of eight large-format canvases the portrait of great-aunt “Charlotte” in a variety of color options, each giving the motive a different kind of charisma.

Rike Oetzel is a master of the associative image. Her works invite you equally to the emotionality during her facing with the work, as well as to follow your own emotions. Energetic, gestural painting alternates here with the margin of the free surface. Figures emerge from shaping colors or vary, as in the photo overpaintings, to enigmatic witnesses of their own post. Her strong oeuvre in recent years proves that Oetzel is on the right track finding the meaning of her works. Recent works in the form of small sculptural stage designs makes the viewer curious about the future.

Dr. Christian Krausch

HUMANOS

Es la imagen de los humanos, lo que artísticamente representa Rike Oetzel. La artista ha explorado d urante unos 20 anos la figura humane en tod as sus faceta s, en pinturas con óleo o acrílico, como monotipo, en el arte de la serigrafía, como una técnica de mezclado y dibujo sobre lienzo y papel, y ocasionalmente también en esculturas. Los individuos, en su mayoría mujeres, desnudos delgados, fotografías de grupos, “reuniones” enteras o relaciones íntimas de pareja, más recientemente, en soportes ovales de imagen, así como en una serie de retratos en pequeño formato, y de nuevo entonces, los propios antepasados forman parte del repertorio temático.

Todo funciona en su conjunto, en el uso predominante del brillante, a veces incluso con colores de neón y sus mezclas, generalmente aplicados de forma gruesa, vertidos y colocados sobre la imagen base con espátulas o las propias manos desnudas y ocasionalmente, complementados con varios elementos de collage u overpaintings. Incluso los monotipos o las impresiones a pequeña escala sobre pantalla aparecen muy poderosos a traves de la composición y la elección del color. EI signiflcado detrós de esto no es solo el aspecto puramente físico o el háptica de las imágenes, sino la fuerza apasionada que irradian. Una energfa que fluye desde el artista. durante el proceso de pintado, a las obras. para luego transferirse sosteniblemente hacia el espectador. Con ello, cada cuadro, cada obra de otra radiación, se basa en el estado de ánimo de su creación. Previamente alternados aquí entre la tristeza y el sufrimiento a través de la depresión y la soledad, por lo que las obras de los últimos años atestiguan continuamente seguridad, amor, deseo y pasión, así como entusiasmo. Todo esto se transmite al espectador a través de los colores y las formas, el carisma y la energía, que son casi físicamente tangibles ante la visión de la obra de Oetzel. Sus pinturas son, as, me g ustar,a aflrmar, una encarnac,on de emoc,ones.

Además del hilo central “el ser humano”, la obra de Rike Oetzel también muestra otra característica recurrente, algo así como una típica “escritura a mano”. Así, se presenta repetidamente una interacción entre zona libre y estructurada, que ya se puede detectar en “abstrahierten Studien” (Catálogo, página 7). Áreas densamente editadas sobre el lienzo alternan de forma comparativa con zonas hechas deliberadamente en monocromo, las cuales ofrecen un contrapunto equilibrado a la turbulencia de la imagen. Esta técnica se repite con insistencia en la serie “Nach Porträts” (página 24) sobre p ap el o lienzo, ahi, personajes m6s o menos definidos se mueven en un entomo abstracto. Composiciones no objetivas se desarrollan en los centros de los lienzos a partir de densas mezclas de paletas de colores, que han de entenderse como representaciones de cabezas únicamente por sus contornos o por sus propios títulos, como “Rosetta”, “Agatha” o “Friedhelm”. Oetzel evita intencionadamente un estilo de arte realista y se limita a sí misma a ofrecer una vaga pista de las expresiones faciaes, con el nn de no limitor el grodo de percepci6n. Esto reglo lombien se oplico, en mayor proporción, en otras obras como el retrato grupal “Shopping” de 2011 o “Familientreffen" de 2010, en el que el di6logo entre flguro y abstracci6n se convierte en una conversación continua entre imagen y espectador. El resultado de ello es que una interpretoci6n final o designaci6n de los obras no es el objetivo pretendido, lo que permite al espectador entender que en realidad se trata de la motivación de la artista.

Los espectadores de la obra de Rike Oetzel pueden y deberían incorporar en la respectiva imagen sus propias emociones, sus propios recuerdos y visiones. Los espacios abiertos no son solamente un compositor de importancia, sino que permiten a los ojos ofrecer un espacio libre donde calmarse, lo cual es necesario durante el acto intenso de la percepción. En el arte, los espacios abiertos son lugares de aterrizaje para la fantasía y, al mismo tiempo, fuentes de energía. Por otra parte, además del análisis de la sensibilidad de cada uno, es, a su vez, cada encuentro con el arte de Oetzel una aproximación a la propia autora, y en particular, a su lucha con la imagen.

Rike Oetzel es una pintora que exp/ora sobre la superficie d el cuadro la interacción entre color y forma. El ser humano como tema predominante le otorga un impulso a su trabajo que se plasma sobre la superficie de la pintura, especialmente al principio, mayormente mediante asentamientos de pincel abstractos y violentos. Los asentamientos fuertes se desarrollan gradualmente en matices de personajes que se descubren poco a poco durante el acto de pintar. Mujeres de pie con el pelo suelto se insinúan, de la mano lienen a un niiio o tal vez a un p erro. Fondo y flguras se fusionan de nuevo, mienlras c olores y materiales se repiten aquí y allá. Polos en reposo y contrastes violentos, generosos campos de color y estructuras de pequeña escala se corresponden juntos de forma violenta, cargando así las obras con enorme dinámica. A veces, hasta cinco imágenes crecen paralelamente de esta forma, en la que las alteraciones y overpaintings son de nuevo una parte del proceso de creación. Así, a partir de una composición abstracta, se origina el retrato de una mujer con un niiio en sus brazos, q ue gana en figuración a través del overpainting formado por contornos. (Atelier 2015) Del mismo modo, en otra pintura, el pintado a gran escala de una persona sentada a la mesa ayuda a obtener concreción, abrochando como una pinza el ímpetu interno del color de la imagen. (Atelier 2015) Que tales pinturas resultantes no sean retratos o imágenes de plantillas reales, se explica por sí mismo. Demasiado a menudo, los segmentos individuales de las imágenes son un mero diálogo o conversación de colores, y son disímiles a un temprano Jawslensky de principios de los años 20. En lugar de ello, en el lienzo crece, como resultado de intensos procesos pictóricos, criaturas fantásticas con títulos como “Tusnelda” o “Bistrot-Tisch” (Atelier 2015) en forma de un grupo de tres seres enigmáticos. lnevitablemente, se transfiere de ese modo la imaginaci6n del artista a l espectador, que sin dudarlo, añade virtualmente la inexistente mesa a su imaginación. El espectador también está preparado para seguir el desarrollo de otra obra de la composición abstracta con numerosos rellenos de color, overpaintings y asentamientos de pincel en “Gruppenbild” (Atelier 2015), que se basa exclusivamente en vagas insinuaciones. De hecho, nadie de estas ensambladas sombrías personas encuentra su homólogo en la realidad. Más bien son, al igual que esos cuadrúpedos con apariencia canina en la parte inferior izquierda de la imagen, puros resultados de una composición cargada emocionalmente que atrapa al espectador en su hechizo. Una vez capturado, el espectador parte hacia un viaje en el que los foctores "fiempo" y "dirección" yo no juegon un popel signiflconte. Esto se debe a que obra y artista están demasiado comprometidos con la libertad y la sinceridad. La principal preocupación de Rike Oetzel es el entusiasmo en transportar su propio entusiasmo por las personas, así como por la pintura, dentro de la obra.

La siempre recurrente serie de fotografías de familia que ya comenzó hace unos 10 años, se diferencia del principio de la pura imaginación. El punto de partida aquí es un repertorio de viejas fotografías de los familiares inmediatos de Rike Oetzel, donde un retrato de la madre como niña de comunión, así como de la abuela y bisabuela, se repite. Varias veces utiliza la artista la técnica de la impresión de fotografías como la base de su trabajo, en donde el sujeto es transmitido de forma ampliada sobre el lienzo. Esto es seguido por el propio proceso de pintura, el cual es muy cercano al resto de obras de Rike Oetzel. También aquí aparecen constantes compañeros de la artisfa en un intercambio entre sup erficie libre y pintad a, ounque oc osionalmente, las marcas estructuradas de una pared de azulejos mutan para formar parte de la obra. (Einzelbild der Mutter als Kommunionskind) Una vez más, las áreas de la imagen no se encuentran elaboradas de forma detallada, pero siguen siendo resultados de asentamientos espontaneos de pincel y o tras infervenciones en la superficie, todovio humeda, de pintado. Las coros estan contorneadas por mezc /os de c olores al a zar, la fisicalidod resulta de elementos de collage y el espacio muta de colores borrosos hacia la memoria. De vez en cuando, es el color o la composición de la fotografía manipulada en el ordenador mediante d uplicaciones y rellexiones del motivo, lo que p ermite a Oetzel ampliar la gama de sus otras revisiones. Así se muestra el retrato de la tía-abuela “Charlotte” en una serie de ocho lienzos de gran formato con una variedad de opciones de color, otorgando cada una de ellas un tipo de carisma diferente al motivo.

Rike Oetzel es una maestra de la imagen asociativa. Sus obras invitan igualmente a la emotividad que resulta de su enfrentamiento con la obra, como a seguir las emociones de uno propio. Pintura energética y gestual alterna aquí con el margen de la superficie libre. l as fig uras emergen de colores que denoton forma o varian, como en las fotografías de los overpaintings, en testigos enigmáticos de su propio pasado. Su gran oevre en los últimos años demuestra que Oetzel está en el camino correcfo de encontrar e/ significado de sus obros. Obros recientes en /o forma de p equeiias escenografías escultóricas dejan al espectador curioso sobre el futuro.

Dr. Christian Krausch